Brodersen, Kristina & Tobias Weindorf
Rabaneo (Ajazz, CD,DL)

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A5023LE ::  Brodersen, Kristina & Tobias Weindorf :: Rabaneo (Ajazz, CD,DL)

 

  1. Rabaneo   5:06
  2. Lee   3:36
  3. Frozen   6:16
  4. Mrs. Green   4:18
  5. Finn   4:22
  6. Air-Way   6:53
  7. Finn's Dance   4:23
  8. Flop-Over   5:00
  9. God Bless The Child   4:12

Kristina Brodersen - alto & soprano saxophone, Tobias Weindorf - piano

Edition Ajazz (c) 2015 (Slim Edition)

„RABANEO“ klingt so poetisch – und ist ein Fantasiewort des kleinen Sohnes von Kristina Brodersen und Tobias Weindorf. Die Saxofonistin und der Pianist, beide in Köln lebend, sind privat wie künstlerisch seit zehn Jahren ein Paar. Zusammen geführt hat sie die professionelle Arbeit mit Musik an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz. Zu zweit eine Duo-CD einzuspielen, lag als Konsequenz auf der Hand. Entsprechend tiefe Vertrautheit wird hier in Musik übersetzt. Völlig ohne Erwartungsdruck, dass so schnell wie möglich ein Album herauskommen soll, gingen die beiden ins Studio des LOFT Köln. Heraus kam in kürzester Zeit: ein fertiges Album! Gemischt wurde danach im Tonart-Studio von Christian Heck.
Mit Leichtigkeit umweht einen so vieles beim Hören dieser intimen, kammermusikalischen Duo-CD: Da lebt eine tief verinnerlichte Sprache des „Modern Jazz“ und bilden Kristina Brodersens herrlich sangliche Linien auf dem Altsax mit den glasklaren Skalen und Läufen auf Tobias Weindorfs Piano eine innige Symbiose.
Verspielt geht es zu Beginn mit dem Titelstück „RABANEO“ los. Selten erlebt man improvisatorische und harmonische Umwege so leichtfüßig wie hier. Und so selbstverständlich dieses Spiel anmutet, so dezidiert sind die Referenzen, denen Brodersen/Weindorf hier huldigen: So ist etwa die folgende sehr cooljazz-affine Komposition “LEE” eine Hommage an Kristina Brodersens stilistischen Ziehvater Lee Konitz.
Ebenso wie diese beiden jungen Jazzer lebt Konitz in Köln – und es gibt gegenseitigen Austausch!
„FROZEN” ist die Antwort des Pianisten Weindorf, der hier seinerseits „seinen“ Mentor John Taylor ehrt.

Gerne geht es auch mal in latent ECM-lastige, atmosphärische Klangwelt hinein. Doch von solchen gewichtigen Quellen abgesehen, passiert auf „Rabaneo“ ganz viel, was nur die Kombination Brodersen-Weindorf hervor bringen kann: Über Moll-Akkordbrechungen breitet sich eine lyrische Klanglandschaft aus. Über dieser erhebt sich die sangliche Altsaxstimme von Kristina Brodersen, dann geht es tief hinein ins Eingemachte einer lyrischen Ballade mit regelrecht nocturnohaftem Bluesfeeling. Ganz schön viel „Entwicklungsarbeit“ in gerade einmal sechs Minuten!

Überhaupt kultivieren beide eine Tugend, die nach Tobias Weindorfs eigenem Bekunden mal wieder aus der Lee-Konitz-Schule herrührt: nämlich sich erst einmal improvisatorisch in das Stück hinein zu tasten, bevor schließlich das melodische Thema Gestalt annimmt. Organische Wachstumsprozesse gehen am besten aus einem vertrauten Miteinander hervor. “MRS GREEN” konterkariert die ganze Lyrik durch ein hellwach swingendes Spiel voller Ecken und Kanten. Da werden Vierteltriolen gegen den Strich gebürstet und lassen es markante Intervallsprünge im Gebälk knarzen – der ewige Thelonious Monk lässt grüßen.

Das Duo ist auch sehr aufgeschlossen gegenüber der klassischen europäischen Moderne. Da die meiste Musik im Abendland immer noch stark auf Dur und Moll fixiert ist, wirken Ganztonskalen nach wie vor erfrischend exotisch. Das erklärt die zeitlos-fortschrittliche Wirkung der Musik Claude Debussys – und diese führt Tobias Weindorf in seiner Komposition “AIRWAY” hellhörig ins heute.

“FINN’S DANCE” featured wiederum ganz andere Prägungen, nämlich jene durch Paul Heller von der WDR Bigband. Große Klangkörper wie diese gehören zu den musikalischen Sozialisationsinstanzen von Kristina Brodersen und Tobias Weindorf. Kühn und unkonventionell wird hier über Akkordfolgen improvisiert - bevor mit einer „ewigen“ Ballade, nämlich “GOD BLESS THE CHILD” von Billie Holiday und Arthur Herzog die Zielgerade erreicht ist.

Fazit: All diese Stücke bilden im Gesamtgefüge ein stimmiges Ganzes ohne jede Schwere. Alles atmet so organisch und die ganzen stilistischen Bezüge wirken tief verinnerlicht. Eben wie in einer Sprache, die nur zwei derart miteinander Vertraute sprechen können. Die sich nach wie vor ganz viel zu sagen haben. (Ajazz)


A5028 ::  Brodersen, Kristina & Tobias Weindorf :: Traffic (Ajazz, CD)
Traffic (Ajazz, CD)
Brodersen, Kristina & Tobias Weindorf